Naturseifen für Haare: gut formulierte Seifen bilden wenige Kalkseife und lassen die Haare schön und sauber nach jeder Wäsche

Die herkömmlichen Shampoos können durch Seifen ersetzt werden. Die Umstellung ist eine sinnvolle Entscheidung: die Kalkseife bildet sich nur in Zusammenhang mit hartem Wasser und kann mit säuren Rinsen ausgelöst werden
Seifen

Was sind Seifen?

Seifen in festen Form sind Natriumsalze von Fettsäuren. Jedes Seifenmolekül besteht aus einer langen hydrophilen Kohlenwasserstoffkette und einem lipophilen Ende. Während der Nutzung bilden Seifen grenzflächenaktive Molekülkomplexe (die “Mizellen”), die als Emulgator zwischen den Fetten und dem Wasser wirken. Die Mizellenbildung beginnt, nur wenn eine bestimmte Temperatur (“Krafft-Punkt”) erreicht wird. Der "Krafft-Punkt” ist von dem Wasserhärte abhängig. Dank der ausgewogenen Mischung von ausgewählten Ölen können gut formulierte Naturseifen auch im harten und kalten Wasser Mizellen bilden und Haare oder Haut gut waschen.

Unsere Naturseifen werden traditionell nur aus pflanzlichen Ölen durch ein einfaches Prozess (Verseifung per Kaltverfahren) gewonnen.

Die Verseifung ist ein zweistufiges Prozess:
  • Jedes Öl besteht aus Triglyceriden: drei Molekülen von Fettsäuren und eine von Glycerin. In der ersten Phase werden die Öle und Fette mit einer starken basischen Mischung aus Wasser und Lauge gemischt, sodass alle Fettsäuren langsam aus dem Glycerin gespaltet werden.

  • In der zweiten Phase binden sich die Fettsäuren ganz schnell mit den Natrium-Molekülen und bilden die Seife: ein Natriumsalz von Fettsäuren plus Glycerin.

In Natur existieren viele verschiedenen Pflanzenöle, aber nur wenige Fettsäuren. Während der Herstellungsprozess werden hohe Temperaturen erreicht, die viele Stoffe zerstören, sodass die Eigenschaften der Seife fast ausschließlich von der Fettsäurezusammensetzung der verwendeten Öle abhängen.
Viele hochwertigen und seltenen Öle, wie z.B. das Arganöl oder Hagenbuttenöl, werden nur wegen Marketing Gründen in der Formulierung der Seifen hinzugefügt, aber sie bringen im Vergleich mit den Günstigeren kein weiteres Vorteil. Im Gegenteil können wir die Auswirkungen von Aloe Vera in Seifen nicht mit Sicherheit schätzen.

Sind dann Kernseife, Alepposeife und unsere Haarseife gleich?

Nein, die Seifen sind nicht alle gleich, weil in Natur auch rare Fettsäuren existieren, die nur in wenigen Ölen zu finden sind. Die Ricinolsäure befindet sich nur im Rizinusöl und die Laurinsäure im Kokosöl und wenigen anderen exotischen Ölen. Generell besitzt jedes Fett eine spezifische Fettsäurenzusammensetzung und ergibt unterschiedliche Seifen. Aus der ausgewogenen Mischung von ausgewählten pflanzlichen Ölen können hochwertige Haarseifen produziert werden.

Es gibt auch andere Stoffe, (wie Sterine, Carotinoide, Tocopherole, Kohlenwasserstoffe) die in der Lage sind die Verseifung zu überleben: der unverseifbare Anteil. Diese Substanzen bleiben in der Seife unverseift und können die pflegenden Wirkung des Endprodukts erhöhen. Der unverseifbare Anteil beträgt in den meisten Ölen ein Wert zwischen 0,2 - 1,5%, in dem Shea Butter kann sogar das 11% erreichen.

Die Seifen unterschieden sich nicht nur wegen der verwendeten Ölen, sondern auch wegen der Herstellungsmethoden. Die modernen Seifen werden nicht durch den traditionellen Methoden, sondern durch gefertigten Seifenflocken aus Palmöl, Rindertalg oder sogar Mineralöl (und verschiedene künstliche Stoffe) produziert. Nicht alle feste Shampoos sind Naturseifen, sondern enthalten sie Sulfate, wie die herkömmlichen Produkte.

Die Kern- und Alepposeife u.a. werden auch nicht per Kaltverfahren erzeugt. Die Ölmischung wird erst geheizt und dann mit Salz ergänzt, sodass das Glycerin aus dem Endprodukt getrennt wird. Da das Glycerin die Waschkraft der Seife reduziert und Feuchtigeit an der Haut spendet, wirkt die Kernseife aus Palmöl zu aggressiv über die Haut. Im Gegenteil bleiben Alepposeifen immernoch mild, weil sie hauptsächlich aus Olivenöl (besonders mild für die Haut) bestehen. Für die Haarwäsche sind sie jedoch nicht optimal, weil zu wenig Schaum erzeugen.

Im Vergleich mit den modernen Shampoos haben Naturseifen bessere Auswirkungen über Kopfhaut und Haaren

Die herkömmlichen Shampoos enthalten viele bedenkliche Stoffe, wie SLS oder SLES, die zu aggressiv auf der Kopfhaut und sogar krebserregend in dem ganzen Körper (laut Quellen aus der Naturheilkunde) wirken. Wasser und Tenside sind nicht die einzigen künstlichen Stoffe, die in den modernen Shampoos zu finden sind. Verdichtungsmittel, Konservierungsstoffe, Parabene, synthetische Duftstoffe, Silikone können die Gesundheit der Haare gefährden. Wissenschaftliche Studien über ihre Gefährlichkeit für die Menschen existieren noch nicht, aber die schädlichen Effekte dieser Stoffe über die Umwelt sind schon seit Jahren bekannt.

Warum sollen flüssige Shampoos besser als Naturseifen die Haare waschen?

Tenside und natürliche Seifen waschen Haare und Kopfhaut dank ihrer Fähigkeit mit Wasser und Lipiden sich gleichzeitig zu binden. Beide sind geeignet Sebum, Schweiß und Schmutzigkeit aus dem fettigen Haar zu entfernen. Die Tenside bringen das Vorteil, dass sie nicht sich mit den Magnesium- und Calciumionen binden und keine Kalkseife generieren. Ein anders Argument, dass für die Werbung der herkömmlichen Shampoos gerne verwendet wird, ist ihre ph-Neutralität.

Was ist die Kalkseife und wie schädlich ist sie?

Die Kalkseife entsteht durch die Verbindung von der Carboniumketten der Seifenmoleküle und die Calcium- und Magnesiumionen des Leitungswassers. Die Menge von Mineralien im Wasser ist nicht fest, sondern variiert nach Region, Stadt und sogar Stadtteil. Man spricht von Wasserhärte: je hart ist das Wasser, desto mehrere Mineralien es enthält. Die Werte können einfach auf der Website der städtlichen Anbieter kontrolliert werden. Wenn das Wasser weich oder mittelhart ist, sollen keine Gedanke über Kalkseife gemacht werden.

In Verbindung mit hartem Wasser bildet die Seife tatsächlich Kalkseife. Mit den Folgen, dass die Waschkraft der Seife reduziert wird (auch weinger Schaum) und Kalkseife, normalerweise als weisses Pulver, auf den Haaren nach der Wäsche bleiben können. Für die Gesundheit des Haars ist Kalkseife ungefährlich: sie wird in der Lebensmittelindustrie (E 470b) und in kosmetischen Produkten als Stabilisator hinzugefügt, um die Schaumerzeugung der Pflegenprodukten zu verhindern. Für das Aussehen der Haare kann die Kalkseife zu unerwünschten Ergebnissen bringen: die Haare können stumpf oder geklebt aussehen. Die Kalkseife kann ohne künstliche Stoffe mit Hilfe einer sauren Rinse ausgelöst werden. In verschiedenen Blogsbeitrage wird angegeben, dass auch das Kokosöl die gleiche Funktion absolvieren kann. Noch ein weiteres Grund, um die Haare mit Kokosöl einzuölen!

Nicht jede Seife generiert die gleiche Menge und Art von Kalkseife. Da jeder Naturseife ihre Eigenschaften aus der Fettsäurenzusammensetzung der verwendeten Ölen annimmt, wirkt auch jeder anders in Verbindung mit hartem Wasser. Die Laurinsäure, die im Kokosöl reichlich enthalten wird, hat eine kurzere Carboniumkette im Verglich mit Olivenöl.

Sind Naturseifen wegen ihrem basischen ph schädlich für die Haut?

Der "ph-Wert" wird oft als Verkaufsargument für die modernen Pflegeprodukte benutzt. Die Waschmittel mit einem neutralen ph-Wert sollen sanfter über die Haut auswirken, weil sie einen ph-Wert von ca. 5.5 hat. In Realität ist der Hydrolipidfilm auf der Hautautoberflasche, der einen leicht sauren ph-Wert hat und nicht die Haut selbst. Obwohl der Film eine wichtige Schutzfunktion für die Haut absolviert, soll er nach einer gewisse Zeit abgewascht werden, weil Staub, Schmutzigkeit und andere externe Elementen langsam mit den Lipiden auf der Haut sich mischen.

Die ph-neutralen Detergentien haben einen niedrigeren ph-Wert im Vergleich mit den Naturseifen, aber sie waschen tatsächlich den Hydrolipidfilm aus der Haut ab, sodass die Talgdrüsen doch nochmal die Schutzmantel erneuern müssen. Die Neutralität spielt keine entscheidende Rolle, weil die Waschprodukte zu wenig Zeit in Kontakt mit der Haut bleiben, um sie zu beschädigen. Im Gegenteil enthalten die synthetischen Waschmittel viele bedenklichen Stoffe, die schlimme Auswirkungen für die menschliche Gesundheit haben können.

Obwohl flüssige Shampoos viele bedenkliche Stoffe erhalten, wird jedes neue Haarpflegeprodukt ohne viele Gedanken ausprobiert. Viele Leute kontrollieren nicht die Inhaltsstoffeliste vor dem Einkauf, weil sie von den schönen farbigen Plastikverpackungen und dem Bekanntheitsgrad der Marke sich verführen lassen. Haarseife kaufen wird im Gegenteil mit viel Angst und Unsicherheit erlebt. Man fürchtet erhebliche Schaden an den Haaren, die natürlich komplett unbegründet sind.

Der Grund liegt mit Sicherheit in dem starken Einfluss der Werbung auf die Menschen. Jede Firma schreibt immer wunderbare Eigenschaften ihren Shampoos zu. Dank intensiven Werbekampagnen, die seit mehr als 50 Jahren weltweit durchgeführt werden, haben große Marken die Konsumenten überzeugt, dass ihre flüssigen Shampoos ganz viel mehr als Haare waschen anbieten können. Eigentlich sind Naturseifen die beste Alternative für Haare und Kopfhaut, weil ihnen viele schädliche Stoffe sparen. Die Umstellung zu den Seifen für Haare kann den Menschen und der Umwelt viele Vorteile bringen. Jeder kann sie ausprobieren, schädlich sind auf keinen Fall nicht!